Nitrofurantoin
Nitrofurantoin ist ein antibakterieller Wirkstoff, der sich im Harn und nicht im Blut anreichert. Bakterien reduzieren ihn zu reaktiven Verbindungen, die ihre DNA, ihre Ribosomen und ihre Enzyme an mehreren Stellen zugleich schädigen. Er wird bei bakteriellen Infektionen der Blase und der unteren Harnwege eingesetzt und ist für Infektionen an anderen Stellen des Körpers nicht geeignet.
Die Einnahme erfolgt zu den Mahlzeiten, was die Aufnahme verbessert und Magenbeschwerden verringert. Der Harn färbt sich häufig dunkelgelb oder braun, was zu erwarten ist und kein Zeichen einer Schädigung darstellt. Da der Wirkstoff zur Wirkung in den Harn filtriert werden muss, schwächt eine eingeschränkte Nierenfunktion ihn zugleich ab und lässt ihn sich anreichern, weshalb bei bestehender Nierenerkrankung Kreatinin und eGFR kontrolliert werden; auch ALT kann verfolgt werden, da gelegentlich die Leber betroffen ist. Die Behandlung wird auch nach Abklingen der Beschwerden vollständig zu Ende geführt, sonst kann die Infektion wiederkehren.
Bei neu auftretender Atemnot, trockenem Husten, Brustschmerzen oder Fieber ist ein Arzt aufzusuchen, besonders bei Langzeitanwendung, da Lungenreaktionen ein bekanntes, wenn auch seltenes Problem sind. Auch Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Gliedmaßen, Gelbfärbung von Haut oder Augen oder Beschwerden, die sich nicht bessern, bedürfen einer Abklärung.
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