Die eGFR ist die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, ein berechneter und kein gemessener Wert, abgeleitet aus dem Serumkreatinin zusammen mit Alter und Geschlecht. Sie gibt näherungsweise an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern, standardisiert auf eine durchschnittliche Körperoberfläche. Sie ist die übliche zusammenfassende Größe der gesamten Nierenfunktion und die Grundlage für die Stadieneinteilung der chronischen Nierenerkrankung.
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Eine erniedrigte eGFR spiegelt am häufigsten eine verminderte Filtration wider, sei sie vorübergehend wie bei Dehydratation oder einer akuten Erkrankung oder anhaltend wie bei einer chronischen Nierenerkrankung; auch Arzneimittel, die die Nieren belasten, können sie senken. Mit dem Alter sind die Werte ebenfalls niedriger, da die Filtration im Lauf des Lebens allmählich abnimmt. Ungewöhnlich hohe Werte haben für sich genommen wenig Aussagekraft und können bei geringer Muskelmasse auftreten. Ein vermindertes Ergebnis wird durch Wiederholung der Untersuchung über Monate bestätigt, bevor daraus etwas geschlossen wird, und die Beurteilung gehört in ärztliche Hand.
Da die Formel auf dem Kreatinin beruht, verschiebt alles, was das Kreatinin verschiebt, auch die eGFR, darunter die Muskelmasse, eine Gliedmaßenamputation, eine Fleischmahlzeit, Kreatinpräparate und eine Schwangerschaft; zudem ist die Schätzung unzuverlässig, wenn sich die Nierenfunktion rasch ändert. Sie wird zusammen mit dem Kreatinin selbst, dem Harnstoff und dem Cystatin C beurteilt, wobei Letzteres eine Schätzung liefert, die nicht von der Muskulatur abhängt, sowie, soweit verfügbar, mit dem Albumin im Urin.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.