Topiramate
Topiramat ist ein Antiepileptikum mit mehreren Wirkmechanismen zugleich: Es blockiert Natriumkanäle, verstärkt die GABA-Signalübertragung, dämpft die Glutamataktivität und hemmt schwach die Carboanhydrase. Die letztgenannte Eigenschaft erklärt einen großen Teil seines Nebenwirkungsprofils. Es wird bei Epilepsie und zur Vorbeugung von Migräneattacken eingesetzt.
Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen, wichtig ist jedoch eine reichliche Flüssigkeitszufuhr über den Tag, denn die Hemmung der Carboanhydrase säuert das Blut an, alkalisiert den Harn und macht Nierensteine wahrscheinlicher; aus demselben Grund werden Kreatinin und Kalium überwacht. Die andere bekannte Wirkung ist eine kognitive Verlangsamung — erschwertes Wortfinden, schlechtere Konzentration und geistige Benommenheit —, meist am deutlichsten zu Beginn oder nach einer Steigerung. Topiramat kann die Wirksamkeit einer kombinierten Verhütung aus Ethinylestradiol und Gestagen vermindern, sodass es sich lohnt, vor Behandlungsbeginn eine alternative oder zusätzliche Methode zu besprechen. Ein abruptes Absetzen birgt das Risiko von Anfällen, auch wenn der Wirkstoff wegen Migräne eingenommen wird.
Flanken- oder Rückenschmerzen, Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen sprechen für einen Stein und bedürfen einer ärztlichen Abklärung. Plötzliches verschwommenes Sehen oder Augenschmerzen, anhaltende Verwirrtheit, ungewöhnliches Kribbeln mit beschleunigter Atmung oder Fieber ohne Schwitzen sind ebenfalls Gründe, ärztlichen Rat einzuholen.
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