Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, ist ein Vitamin, das im letzten Abschnitt des Dünndarms mithilfe eines Magenproteins aufgenommen wird und für die Reifung der roten Blutkörperchen sowie für den Erhalt der Nervenfasern benötigt wird. Der Blutspiegel spiegelt das Zusammenwirken von Zufuhr über die Nahrung, Aufnahme in Magen und Darm und den beträchtlichen Leberspeichern des Körpers wider. Bestimmt wird er vor allem, wenn eine Anämie mit großen roten Blutkörperchen oder ungeklärte Taubheitsgefühle und Kribbeln abgeklärt werden müssen.
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Niedrige Werte folgen am häufigsten einer Ernährung ohne tierische Lebensmittel oder einer gestörten Aufnahme — atrophische Gastritis, autoimmuner Verlust des Intrinsic Factor, Zöliakie oder Morbus Crohn, Operationen an Magen oder Ileum sowie langer Gebrauch säurehemmender Arzneimittel oder von Metformin. Erhöhte Werte sind selten eine Frage des Mangels und spiegeln am häufigsten Präparate oder Injektionen wider; ohne diese können hohe Spiegel mit Lebererkrankungen oder Bluterkrankungen einhergehen. Da sich die Speicher langsam leeren, können Beschwerden deutlich vor dem Abfall des Spiegels auftreten, und ein Ergebnis nahe der unteren Grenze kann unschlüssig bleiben. Ein einzelner Wert außerhalb des Referenzbereichs ist ein Grund, die Bestimmung zu wiederholen und sie ärztlich zu besprechen.
Eine kurz zurückliegende Einnahme von Präparaten, eine Injektion oder ein kurz vor der Blutentnahme eingenommener B-Komplex hebt den gemessenen Spiegel für Tage bis Wochen an und kann eine gestörte Aufnahme verdecken; Schwangerschaft und orale Kontrazeptiva senken ihn tendenziell. Grenzwertige Ergebnisse werden durch Homocystein und durch Methylmalonsäure geklärt, die beide ansteigen, wenn zellulär tatsächlich zu wenig B12 vorhanden ist. Folat wird daneben mitbeurteilt, weil beide Mangelzustände dieselbe großzellige Anämie hervorrufen und Folat allein das Blutbild korrigieren kann, während der Nervenschaden fortbesteht.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.