Das mittlere Thrombozytenvolumen ist die durchschnittliche Größe der in einer Blutprobe zirkulierenden Thrombozyten und wird vom Analysegerät zusammen mit der Thrombozytenzahl ausgegeben. Thrombozyten sind die kleinen Zellfragmente, die an einer Blutungsstelle den ersten Pfropf bilden, und ihre Größe zeigt, wie kurz ihr Austritt aus dem Knochenmark zurückliegt. Jüngere, frisch freigesetzte Thrombozyten sind größer, sodass der Wert für den Umsatz der Thrombozytenbildung steht und nicht dafür, wie viele Thrombozyten vorhanden sind.
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Ein erhöhtes mittleres Thrombozytenvolumen begleitet am häufigsten einen raschen Thrombozytenumsatz: Das Knochenmark setzt große junge Thrombozyten frei, weil ältere in der Peripherie verbraucht oder zerstört werden. Ein erniedrigter Wert tritt häufiger auf, wenn die Bildung selbst unterdrückt ist, etwa bei Erkrankungen des Knochenmarks oder unter manchen Arzneimitteltherapien, und er findet sich auch bei bestimmten angeborenen Thrombozytenstörungen. Für sich allein gelesen hat die Zahl wenig Aussagekraft, und ein einzelnes auffälliges Ergebnis ist ein Grund, die Bestimmung zu wiederholen und sie ärztlich zu besprechen, und kein Befund für sich.
Das Ergebnis verschiebt sich mit der Probenbehandlung: Thrombozyten quellen im EDTA-Röhrchen mit der Zeit auf, sodass eine Verzögerung zwischen Blutentnahme und Messung den Wert erhöht, und Analysegeräte verschiedener Labore sind nicht unmittelbar vergleichbar. Eine Verklumpung der Thrombozyten im Röhrchen kann sowohl Größe als auch Zahl verfälschen und führt meist zu einer Beurteilung des Ausstrichs. Das mittlere Thrombozytenvolumen wird neben der Thrombozytenzahl selbst und vor dem Verlauf früherer Bestimmungen gedeutet, nicht als isolierte Zahl.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.