Homocystein ist eine Aminosäure, die als Zwischenprodukt entsteht, wenn der Körper Methionin aus dem Nahrungseiweiß verarbeitet. Es wird über zwei Wege abgebaut, die auf der einen Seite von Folat und Vitamin B12, auf der anderen von Vitamin B6 abhängen, sodass der Blutspiegel darüber Auskunft gibt, wie gut diese Stoffwechselwege arbeiten. Es wird außerdem als einer der Marker für das kardiovaskuläre und thrombotische Risiko verwendet.
Für diesen Marker liegen noch keine Werte vor.
Erhöhte Werte spiegeln am häufigsten einen Mangel an Folat, Vitamin B12 oder Vitamin B6 wider und treten außerdem bei eingeschränkter Nierenfunktion, Hypothyreose, höherem Lebensalter und erblichen Enzymvarianten auf; deutlich hohe Werte bei einem jungen Menschen werfen die Frage nach einer seltenen Stoffwechselstörung auf. Eine Erhöhung ist mit einem höheren Risiko für Atherosklerose und venöse Thrombosen verbunden, sie ist jedoch ein Marker und keine belegte Ursache. Niedrige Werte sind klinisch ohne Bedeutung. Ein isoliert erhöhter Wert ist ein Grund, die Bestimmung zu wiederholen und den Vitaminstatus ärztlich zu überprüfen.
Die Probe muss zügig ins Labor gelangen und rasch abzentrifugiert werden, da Erythrozyten in stehendem Blut weiter Homocystein abgeben und den Wert fälschlich erhöhen; auch eine eiweißreiche Mahlzeit, Rauchen, Kaffee und eine eingeschränkte Nierenfunktion treiben ihn nach oben. Die Beurteilung erfolgt zusammen mit Vitamin B12 und Folat, den üblichen korrigierbaren Ursachen einer Erhöhung, sowie mit der Nierenfunktion.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.