HOMA-IR ist keine gemessene Substanz, sondern ein Index, der aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin derselben Blutentnahme berechnet wird. Er schätzt ab, wie ausgeprägt die Insulinresistenz des Körpers ist — wie stark die Bauchspeicheldrüse arbeiten muss, um die Nüchternglukose stabil zu halten. Er beschreibt die hepatische, nüchterne Seite des Kohlenhydratstoffwechsels.
Für diesen Marker liegen noch keine Werte vor.
Ein erhöhter Index zeigt am häufigsten eine Insulinresistenz an und findet sich häufig bei stammbetonter Adipositas, beim metabolischen Syndrom, bei der Fettlebererkrankung und beim Syndrom der polyzystischen Ovarien, oft Jahre bevor die Glukose selbst ansteigt. Niedrige oder sehr niedrige Werte spiegeln in der Regel eine gute Insulinempfindlichkeit wider, können aber auch auftreten, wenn die Insulinsekretion versagt; in diesem Fall ist die Glukose nicht mehr normal. Der Index ist eine Screening-Schätzung und keine Messung der Resistenz, und er ist wenig aussagekräftig, sobald die Funktion der Betazellen weitgehend verloren ist. Ein einzelnes erhöhtes Ergebnis erfordert eine erneute Blutentnahme und ein Gespräch mit einem Arzt.
Da er beide Eingangswerte übernimmt, stört alles, was das Nüchterninsulin oder die Nüchternglukose stört — eine unterbrochene Nüchternphase, eine akute Erkrankung, kurz zurückliegende starke körperliche Belastung, Glukokortikoide —, auch den Index. Die Grenzwerte unterscheiden sich zwischen Laboren und Testverfahren, daher werden Werte am besten innerhalb eines Labors im zeitlichen Verlauf verglichen. HOMA-IR wird zusammen mit der Nüchternglukose und dem Nüchterninsulin gelesen, aus denen er gebildet wurde, und für den längeren Zeitraum zusammen mit HbA1c.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.