Hämoglobin ist das eisenhaltige Protein in den Erythrozyten, das in der Lunge Sauerstoff bindet und ihn im Gewebe wieder abgibt. Der gemessene Wert ist die Konzentration dieses Proteins im Vollblut und gibt damit Auskunft über die Sauerstofftransportkapazität des Blutes und nicht über ein einzelnes Organ. Es ist die zentrale Größe des großen Blutbilds und üblicherweise der Ausgangspunkt, wenn eine Anämie in Betracht gezogen wird.
Für diesen Marker liegen noch keine Werte vor.
Ein erniedrigtes Hämoglobin spiegelt am häufigsten eine Anämie wider, die ihrerseits viele Ursachen hat: Eisen-, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, Blutverlust, der langsam und unbemerkt verlaufen kann, chronische Entzündung oder Nierenerkrankung sowie Verdünnung während der Schwangerschaft. Erhöhte Werte folgen am häufigsten einer Dehydratation, die das Blut eindickt, und finden sich außerdem bei Rauchen, Leben in großer Höhe, chronischer Lungenerkrankung oder, seltener, bei einer Knochenmarkerkrankung mit Überproduktion von Erythrozyten. Keine der beiden Richtungen benennt für sich genommen eine Ursache. Ein einzelner Wert außerhalb des Referenzbereichs ist ein Grund, die Untersuchung zu wiederholen und sie ärztlich abklären zu lassen, und keine Diagnose.
Der Hydratationszustand ist die wichtigste kurzfristige Verfälschung: Flüssigkeitsverlust hebt den Wert an, Flüssigkeitsüberschuss senkt ihn, und längeres Liegen vor der Blutentnahme kann ihn geringfügig nach unten verschieben. Rauchen und Höhenlage heben ihn dauerhaft an, und die langfristige Einnahme von NSAR wie Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure oder von Thrombozytenaggregationshemmern wie Clopidogrel kann ihn über gastrointestinalen Blutverlust senken. Er wird zusammen mit dem Hämatokrit und den Erythrozyten gelesen und vor allem mit MCV, MCH und RDW, die die Art der Anämie einordnen; Ferritin und Eisenstatus folgen üblicherweise.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.