Der Hämatokrit ist der Anteil des Blutvolumens, den die Erythrozyten einnehmen, angegeben in Prozent. Er beschreibt, wie dick oder wie verdünnt der Erythrozytenanteil des Blutes ist, und verläuft eng mit Hämoglobin und Erythrozytenzahl. Moderne Analysegeräte berechnen ihn üblicherweise aus Zellzahl und mittlerem Zellvolumen, statt die Probe zu zentrifugieren.
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Ein erniedrigter Hämatokrit begleitet am häufigsten eine Anämie jeder Ursache oder eine einfache Überwässerung, die das Blut verdünnt. Ein erhöhter Hämatokrit spiegelt am häufigsten eine Dehydratation wider und ansonsten eine anhaltend gesteigerte Erythrozytenbildung durch Rauchen, Höhenlage, chronische Lungenerkrankung, Schlafapnoe oder, seltener, eine Knochenmarkerkrankung. Da dickeres Blut schlechter fließt, werden dauerhaft hohe Werte weiter abgeklärt und nicht auf sich beruhen gelassen. Was die Abweichung im Einzelfall bedeutet, ist ärztlich vor dem Hintergrund des übrigen Bildes zu beurteilen.
Der Flüssigkeitshaushalt ist der wichtigste Störfaktor, sodass dieselbe Person an einem Morgen im dehydrierten Zustand und nach einem Liter Wasser unterschiedliche Werte hat. Eine Testosterontherapie steigert die Erythrozytenbildung, und der Hämatokrit wird darunter routinemäßig kontrolliert. Der Wert wird zusammen mit Hämoglobin und Erythrozytenzahl gelesen sowie mit MCV und RDW, wenn eine Anämie näher eingeordnet wird.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.