Folat, die natürliche Form des Vitamins, das auch als Folsäure zugeführt wird, stammt aus grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und angereichertem Getreide und wird im oberen Dünndarm aufgenommen. Es wird für die DNA-Synthese und die Zellteilung benötigt, weshalb Gewebe, die sich schnell erneuern — allen voran das Knochenmark —, darauf angewiesen sind; außerdem speist es den Stoffwechselweg, der Homocystein abbaut. Folat im Serum wird vor allem in der Abklärung einer Anämie mit großen Erythrozyten bestimmt.
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Niedrige Werte spiegeln am häufigsten eine an frischem Gemüse arme Ernährung, starken Alkoholkonsum, eine Malabsorption bei Zöliakie oder einen erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft wider; bestimmte Arzneimittel, darunter Methotrexat und Trimethoprim, greifen in den Folatstoffwechsel ein. Höher als üblich liegende Werte stammen meist aus Nahrungsergänzungsmitteln oder angereicherten Lebensmitteln und haben für sich genommen wenig Aussagekraft, können jedoch ein zugrunde liegendes B12-Problem verdecken. Ein einzelner niedriger Wert ist Anlass, die Bestimmung zu wiederholen und Ernährung sowie Medikamente ärztlich zu überprüfen.
Folat im Serum reagiert rasch auf kurz zuvor eingenommene Mahlzeiten und auf ein am Vortag eingenommenes Präparat, sodass es trotz erschöpfter Speicher normal erscheinen kann; das Folat in den Erythrozyten bildet den längerfristigen Zustand ab. Alkohol senkt es, und eine Hämolyse der Probe erhöht es fälschlich, da Erythrozyten folatreich sind. Vitamin B12 wird zusammen mit ihm bestimmt, weil beide ein identisches Knochenmarkbild hervorrufen, und Homocystein steigt an, wenn eines von beiden fehlt.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.