Fibrinogen ist das Plasmaprotein, das die Leber als letztes Substrat der Gerinnung bildet und das zu Fibrin umgewandelt wird, welches das Gerinnsel selbst bildet. Es ist zugleich ein Akute-Phase-Protein, sodass seine Konzentration im Rahmen der allgemeinen Entzündungsreaktion ansteigt. Der Wert sagt daher sowohl etwas über die Gerinnungsfähigkeit aus als auch über die Leber, die das Protein herstellt.
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Höhere Werte spiegeln am häufigsten eine bestehende Entzündung, eine Infektion, eine Gewebeschädigung, eine Schwangerschaft oder das Rauchen wider; dauerhaft hohe Werte gelten zudem als kardiovaskulärer Risikomarker. Niedrigere Werte weisen am häufigsten auf eine verminderte Bildung bei fortgeschrittener Lebererkrankung hin, auf einen Verbrauch bei starker Blutung oder disseminierter intravasaler Gerinnung oder auf einen seltenen angeborenen Mangel. In beide Richtungen ist das ein Befund, der zu wiederholen und einem Arzt vorzulegen ist, keine Diagnose.
Die Probe erfordert ein korrekt gefülltes Citratröhrchen, da ein zu wenig gefülltes oder geronnenes Röhrchen das Ergebnis verfälscht; eine kürzlich durchgemachte Entzündung, eine Schwangerschaft, orale Kontrazeptiva sowie eine gerinnungshemmende oder thrombolytische Behandlung verschieben den Wert ebenfalls. Bei der Frage nach einer Entzündung wird er zusammen mit dem C-reaktiven Protein und der Blutsenkungsgeschwindigkeit gelesen, bei der Frage nach einer Blutung zusammen mit den Gerinnungszeiten und der Thrombozytenzahl.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.