Cystatin C ist ein kleines Protein, das von nahezu allen kernhaltigen Zellen mit gleichbleibender Rate gebildet und fast vollständig über die Nieren ausgeschieden wird. Seine Konzentration im Blut spiegelt wider, wie gut die Glomeruli filtern, sodass es als Marker der Filtrationsleistung der Nieren dient. Anders als das Kreatinin hängt es kaum von der Muskelmasse ab, was es nützlich macht, wenn das Kreatinin schwer zu beurteilen ist.
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Erhöhte Werte weisen am häufigsten auf eine verminderte glomeruläre Filtration hin, sei es durch eine akute Nierenschädigung oder eine chronische Nierenerkrankung; sie können auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion und unter Kortikosteroiden auftreten. Erniedrigte Werte sind seltener und haben für sich genommen wenig Aussagekraft, wobei eine Schilddrüsenunterfunktion das Ergebnis nach unten verschieben kann. Cystatin C verändert sich meist früher als das Kreatinin, wenn die Filtration nachzulassen beginnt. Ein einzelnes Ergebnis außerhalb des Referenzbereichs ist ein Grund, die Untersuchung zu wiederholen und sie ärztlich zu besprechen, und für sich noch keine Schlussfolgerung.
Die Schilddrüsenfunktion, systemische Kortikosteroide, Rauchen, Adipositas und eine bestehende Entzündung können den Wert unabhängig von der Nierenfunktion verschieben, und die Testverfahren unterscheiden sich zwischen den Laboren, sodass Kontrolluntersuchungen am besten im selben Labor erfolgen. Es wird zusammen mit dem Kreatinin, dem Harnstoff und der eGFR beurteilt, da die eGFR häufig allein aus dem Cystatin C oder aus Cystatin C zusammen mit Kreatinin berechnet wird. Die Harnsäure sagt mehr über den Purinstoffwechsel und die Gicht aus und steht hier nur in lockerem Zusammenhang.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.