Das Gesamtbilirubin erfasst den Farbstoff, der beim Abbau der roten Blutkörperchen frei wird und in der Leber weiterverarbeitet wird, und zählt dabei sowohl den bereits in der Leber konjugierten Anteil als auch den im Blut noch an Albumin gebundenen Anteil. Es steht für zwei Dinge zugleich: für das Tempo des Erythrozytenumsatzes und für die Fähigkeit der Leber, aufzunehmen, zu konjugieren und auszuscheiden, was dieser Umsatz hervorbringt. Es ist ein Kernmarker des Leberprofils und zugleich die Substanz, die bei einer Gelbsucht Haut und Skleren färbt.
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Erhöhte Werte folgen am häufigsten einem beschleunigten Abbau roter Blutkörperchen, einer erblichen Variante des konjugierenden Enzyms wie beim Morbus Meulengracht, einer Schädigung der Leberzellen jeglicher Ursache oder einer Behinderung des Gallenflusses. Welche davon vorliegt, entscheidet in der Regel nicht der Gesamtwert, sondern die Aufteilung zwischen direktem und indirektem Anteil. Niedrige Werte haben wenig klinisches Gewicht und werden im Allgemeinen nicht weiterverfolgt. Ein einzelnes Ergebnis außerhalb des Referenzbereichs ist ein Grund, den Test zu wiederholen und ihn ärztlich besprechen zu lassen, und für sich genommen keine Schlussfolgerung.
Nüchternheit, eine Phase mit geringem Appetit, intensive körperliche Belastung, eine dazwischenkommende Infektion oder Schlafmangel können den Wert alle mäßig anheben, was bei Menschen mit Morbus Meulengracht am meisten ins Gewicht fällt; eine Hämolyse im Röhrchen und eine längere Lichtexposition der Probe verfälschen ihn in beide Richtungen. Beurteilt wird er neben dem direkten Bilirubin, das die Anteile trennt, und neben ALT, AST, GGT und alkalischer Phosphatase, die eine Schädigung der Leberzellen von einer Cholestase unterscheiden. Bestimmte Arzneimittel, darunter Paracetamol, Nimesulid, Ceftriaxon und Ursodesoxycholsäure, sind ein Grund, ihn im Verlauf zu beobachten.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.