Direktes Bilirubin ist der Anteil, den die Leber bereits mit Glucuronsäure konjugiert und für die Ausscheidung in die Galle vorbereitet hat; gemessen wird er als der Anteil, der ohne zugesetzten Beschleuniger reagiert. Da die Konjugation in der Leberzelle stattfindet und die Ausscheidung über die Gallenwege erfolgt, gibt dieser Anteil Auskunft über den Abschnitt des Weges, der nach der Aufnahme liegt. Die Subtraktion vom Gesamtbilirubin ergibt den unkonjugierten Anteil, und das Verhältnis zwischen beiden trägt den größten Teil der Aussagekraft.
Für diesen Marker liegen noch keine Werte vor.
Ein erhöhter direkter Anteil weist am häufigsten auf eine gestörte Ausscheidung hin: eine Obstruktion an beliebiger Stelle der Gallenwege, eine Cholestase innerhalb der Leber oder eine Leberzellerkrankung, die schwer genug ist, um die Gallesekretion zu stören. Ist das Gesamtbilirubin erhöht, der direkte Anteil aber nicht, richtet sich die Aufmerksamkeit stattdessen auf den Abbau roter Blutkörperchen oder auf erbliche Konjugationsvarianten. Niedrige Werte sind unauffällig und werden für sich allein nicht interpretiert. Jedes erhöhte Ergebnis wird durch eine Kontrollmessung und eine ärztliche Beurteilung abgeklärt und nicht als Diagnose gelesen.
Der Wert wird direkt gemessen und nicht aus dem Gesamtbilirubin berechnet, doch hämolysierte oder lichtexponierte Proben machen ihn unzuverlässig; die Messverfahren unterscheiden sich so weit, dass Ergebnisse aus verschiedenen Laboren nicht immer untereinander austauschbar sind. Er wird zusammen mit dem Gesamtbilirubin gelesen, aus dem der unkonjugierte Anteil berechnet wird, sowie mit der alkalischen Phosphatase und der GGT, die auf eine Cholestase hinweisen, während ALT und AST eine Schädigung der Leberzellen anzeigen.
Referenzbereiche sind allgemeine Erwachsenenwerte und hängen von Labor, Testmethode, Alter und Geschlecht ab. Zur Orientierung, nicht zur Diagnose — besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.